Alles Gute kommt von oben – nicht

Die Probleme meines Herrchens lassen mich kalt

Es gibt so Momente im Leben, da fährt einem wie der Blitz ein Sprichwort in den Kopf, das in genau der akuten Situation ad absurdum geführt wird. „Alles Gute kommt von oben“ ist zum Beispiel so ein Spruch. Diese Erfahrung durfte Herr Knopp* an einem lauen Sommerabend kurz vor Mitternacht selbst machen, (* Name ist geändert und der Redaktion bekannt).

Kurz bevor es allabendlich Richtung Koje geht, heißt es mit dem Hund raus. Herrn Knopp sein Köter ist bequem und scheißt überall dort hin, wo die kleine braune Schlange gerade ihren Kopf herausstreckt. Das tut sie, also die kleine braune Schlange, besonders gern auf dem Rasen vor Nachbars Gartentor.

Es war mal wieder passiert, und eingedenk der Tatsache, dass Herrn Knopps Nachbar sehr wohl um die Herkunft etwaiger Tretminen dieser Größe vor seinem Grundstück Bescheid wissen würde, nahm er einen herumliegenden Ast zur Hand (in der anderen den Hund an der Leine und eine Taschenlampe) um das noch dampfende Übel mit Nachdruck aus dem Sichtfeld misstrauischer Nachbaraugen hinweg zu befördern.

Seiner gestörten Grobmotorik war es zu verdanken, dass jener besagter Ast sich am Boden im Gras verhakte und derselbige nach verstärktem Druck eine unkontrollierte Flugbahn des Scheißehaufens in den Nachthimmel provozierte. Herr Knopp leuchtete noch schnell nach, sah zu seiner Freude nichts und wollte sich schon entspannt auf den Heimweg machen, als etwas von oben auf seinen Rücken prasselte.

Hagel war es nicht. Und auch nichts Gutes.

Zuhause angekommen meinte seine Frau, er hätte etwas auf dem Rücken, was das denn sei. Sie hatte schon ihren Finger danach ausgestreckt um zur genaueren Untersuchung auf Tuchfühlung zu gehen, was Herr Knopp gerade noch durch ein beherztes „NEIN!“ verhindern konnte.

Der Ursprung der Redewendung „Alles Gute kommt von oben“ liegt übrigens in der Bibel begründet, genauer gesagt in Jakobus 1, Vers 17:

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.

Die Erkenntnis, dass das mit dem Licht und der Finsternis und der vollkommenen Gabe von oben trotz Taschenlampe auch anders „ausfallen“ kann, hat Herrn Knopp sozusagen hinterrücks erwischt.

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