CARCASS & AMON ARMATH in Osnabrück

9.11.2013 in Osnabrück, Hyde ParkAmon-ArmathHELL, CARCASS und AMON ARMATH im Hyde Park Osnabrück. Und wie war es? Hammergeil! Ankunft mit Metal-Kumpel Guido gegen 18:30 am Hyde Park und die Leute stehen Schlange bis fast an die Straße! Ausverkauft. Es gab tatsächlich welche, die mit Pappschild an der Auffahrt standen und Tickets kaufen wollten. Wann hat man das schon mal im Hyde Park bei einem Metal-Konzert erlebt? Offen bleibt im Nachhinein, ob es an CARCASS lag, die seit fast 20 Jahren nicht mehr live zu sehen waren oder am „offiziellen“ Haupt-Act AMON ARMATH.

Den Part des Openers durften HELL übernehmen, die das noch unterkühlte (und nüchterne) Publikum zu früher Stunde doch tatsächlich hin und wieder aktivieren konnten. Meine Musik ist es nicht und sie haben meiner Meinung nach vom Musik-Stil her überhaupt nicht in den Abend gepasst. Musikalisch-handwerklich und showmäßig kann ich keine Kritik üben, das kam schon alles sehr professionell rüber. Aber: Wilde theatralische Hände-Gesten und Publikumsaufforderungen mit krähendem Heavy-Gesang übers Headset – sorry! But Metal is only true with a micro in your hands! 😉

Dann betraten unter lautem Jubel endlich CARCASS (mein Haupt-Act!) die Bühne und legten auch gleich ohne großes Gefaxe los. Das ich CARCASS noch mal live erleben würde! In den 90ern hatte ich leider keine Gelegenheit (und kein Geld) dazu. Umso schöner, nun endlich dabei sein zu dürfen. Es wurde richtig fettes Brett geboten, überwiegend mit Songs vom neuen, sehr geilen und in einschlägigen Szenezeitschriften hochgelobten Album „Surgical Steel“. Klassiker wie Heartwork (VIVA Metalla mit Adam Turtle lässt grüßen) kamen trotzdem nicht zu kurz. Richtig mitgerissen und begeistert wirkte das Publikum allerdings meistens nur beim Applaus zu den Songs. Während der Songs selbst war eher konzentriertes Zuhören und dezentes, ja fast besinnliches Wippen angesagt – mir ging es nicht anders. Einzige Kritik: Völlig daneben fand ich die Beamer-Show mit Einblendungen von augenscheinlich im zweiten Weltkrieg Erhängten, noch dazu im Wechsel mit dem Runenzeichen des Hakenkreuzes und des Davidkreuzes. Hey Leute – die sind in echt gestorben und haben absolut gar keinen Platz zur Belustigung in einem Konzert! #Megafail

Headliner AMON ARMATH zeigten einmal mehr, dass sie absolute Live-Profis sind. Respekt. Für mich ist die Musik ja eher zu „melodisch“ harmlos um als echter Death Metal durchzugehen. Aber Sänger Johan Hegg (hin und wieder aus seinem am Gürtel befestigtem Horn trinkend, was auch immer da drin war) und seine Bandkollegen verstehen es, live eine extra Portion Aggressivität oben drauf zu packen und zwar mit nachhaltiger Wirkung: Höre ich die Songs jetzt aus der Konserve, fühle ich mich gleich zurück nach Osnabrück und in die mitreißende Stimmung versetzt. So muss das sein, sehr geile Show, bei der die Fans ordentlich mitgemacht haben.

Die Preise für Bier, T-Shirts und CDs waren ok: T-Shirt 20,00 €, CD 10,00 € und Bier habe ich vergessen 😉 Altersmäßig war das as Publikum von milchbärtigem Jungspunk bis grau- und langhaarigem Metal-For-Ever-Rentner aufgestellt – auch das eine absolut einzigartige Erfahrung auf einem Konzert. Niemand guckt den anderen deswegen schief an. Irgendwie schade aber für den Hyde Park typisch war schließlich, dass nach dem Konzert alle Leute nach draußen strömten und die Veranstaltung sich auflöste. Nun ja, so blieb ausreichend Zeit, in Guidos hammergeilem „Metal-Zimmer“ über Metal zu fachsimpeln, leckeres Andechs zu trinken und gemeinsam erlebte vergangene Konzerte in die chronologisch richtige Abfolge zu bringen 😉 Vernünftig wie wir mittlerweile sind, war total selbstdiszipliniert gegen viertel nach drei Schluss . Ein toller Abend in Osnabrück!

 

 

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